Lepra- und TB-Kontrolle in der Provinz Ituri

- Nachfolgeprojekt für das bisher in unserer Trägerschaft befindliche Projekt ALTI

Projektkurzname:                            CPLT Ituri/Dem. Rep. Kongo

Projektnummer:                               AC 5512

Projektpartner:

Coordination Provinciale Leprè et Tuberculose (CPLT)

Dr. Jean-Marie Mpapa (lokaler Projektleiter)

Bunia/D.R.Kongo

In Kontakt seit:                                  2007 (vormals ALTI seit 1963)

Kooperationspartner:                   

Fondation Damien/Belgien

Unterstützung des Projekts durch andere Organisationen:

  • Fondation Damien/Belgien
  • Bureau Nationale Léprè et Tuberculose (BNLT), Kinshasa/D.R.Kongo
  • Global Fund (Lepra- und TB-Medikamente)

Geographische Lage:

Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo


Art der Förderung:

Beteiligung an den laufenden Betriebs- und Personalkosten

Finanzierung:                                   

2015 – 2017: 90.000,00 EUR

2008 – 2010: 90.000,00 EUR

 

Hintergrund und Entstehungsgeschichte

CPLT ist das nationale Lepra- und Tuberkulosekontroll- und -Behandlungsprogramm für die gesamte Provinz Ituri. Bis 2007 wurde diese Aufgabe vom Projekt ALTI koordiniert. ALTI war ein von der Aktion Canchanabury in Zusammenarbeit mit dem Orden der „Weißen Väter“ initiiertes Projekt zur Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose in der Provinz Ituri. Es wurde 1964 gegründet und befand sich in Trägerschaft der Aktion Canchanabury.

Drei Lepra- und TB-Behandlungszentren in Bunia (Zentrale) und in Badiya sowie Aru (bis 2002) koordinierten die Arbeit des Projekts. In diesen Zentren wurden Patienten sowohl ambulant als auch stationär behandelt. Von Bunia, Badiya und Aru aus betreuten zusätzlich mobile Teams die Dörfer im Einzugsgebiet der drei Städte. Sie führten Reihenuntersuchungen durch und versorgten die Kranken vor Ort.

Allen drei Behandlungszentren waren „Centres de Santè“ (Gesundheitszentren) und teilweise Entbindungsstationen angegliedert, die die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sicherstellen sollen. Das Projekt ALTI stellte hierfür Personal, Gebäude und Infrastruktur zur Verfügung und gewährleistet die medizinische Betreuung. Die Gesundheitszentren konnten sich bis vor einigen Jahren durch die Beiträge der Patienten selbst tragen. Durch den langen Bürgerkrieg seit 1998, der zwar offiziell bereits seit 2003 beendet ist, aber im Osten des Landes immer noch Opfer forderte - mussten auch viele der oben beschriebenen Aktivitäten von ALTI eingestellt, bzw. ausgesetzt werden.

Unsere Zentren Bunia und Badiya waren davon direkt betroffen. Bereits vor den Wahlen im Jahr 2006 hatte ALTI damit begonnen, die geplünderten und zerstörten Gebäude der beiden Zentren in Bunia und Badiya wieder zu renovieren, bzw. soweit herzurichten, dass eine sachgerechte Versorgung der Patienten wieder möglich wurde. Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass unsere begrenzten finanziellen Ressourcen es uns kaum erlauben würden, in größerem Umfang den Wiederaufbau ALTIs und die von den Behörden gewünschte Reorganisation und Ausweitung des Lepra- und TB-Kontrollprogramms auf die gesamte Provinz zu betreiben.

Aus diesem Grund übergaben wir ab 2007 die Verantwortung für die Lepra- und Tuberkulose-Koordination in der Provinz Ituri an die belgische „Fondation Damien“, die im Kongo auch für die Gesamtkoordination der Lepra- und TB-Arbeit verantwortlich zeichnet. Die beiden Behandlungszentren in Bunia und Badiya wurden zu eigenständigen „Centres des Santé“. Sie sichern die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung. Die Verantwortung liegt nun in den Händen der Caritas der Diözese Bunia. Das Zentrum in Aru wurde der Kongregation der „Soeurs Canossiennes“ übertragen, die es schon vorher verwalteten und das medizinische Personal stellten.

Zielgruppe und Zielsetzung

Das hauptsächliche Ziel des Projekts besteht in der Sicherung der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung, sowie zusätzlich in der Behandlung und Kontrolle der Krankheiten Lepra und Tuberkulose.

Die aktuelle Arbeit des Projekts
Im Rahmen von Kooperationsverträgen mit der Fondation Damien und der Diözese Bunia kommen wir unseren Verpflichtungen gegenüber unseren neuen Partnern bzw. den Menschen in Ituri in gleichem Umfang nach wie bisher. Wir erhalten allerdings gleichzeitig einen größeren finanziellen Spielraum, um gezielt Einzelprogramme und -projekte in Ituri fördern zu können.

Der medizinische Projektleiter von CPLT ist weiterhin Dr. Mpapa, der gleichzeitig auch staatlicherseits offiziell zuständiger Arzt für die Lepra- und Tuberkulosekoordination für Ituri ist. Ein Teil des ALTI-Personals wurde von CPLT übernommen. Die Struktur ist jetzt allerdings dezentral organisiert, so dass für die Koordination lediglich ein Büro mit Labor erforderlich ist. Die Aktion hat hierfür das von ihr vor einigen Jahren für den geplanten Neubau des ALTI-Zentrums in Bunia (durch den Bürgerkrieg kam es nicht dazu) gekaufte Gelände in der Nähe des Flughafens sowie einen begonnen Rohbau zur Verfügung gestellt.







 

 

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