Wer unseren Newsticker in den vergangenen Wochen verfolgt hat, konnte sehen, dass wir und unsere Partner*innen begonnen haben konkrete Maßnahmen zum Schutz der Menschen in unseren Projekten zu ergreifen. 

Auch wenn die offiziellen Zahlen in Bezug auf das Corona-Virus in Afrika noch sehr gering sind, müssen wir zusammen mit unseren Freunden und Freundinnen versuchen etwas gegen die Ausbreitung des Virus zu tun. Immer im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Was jetzt bereits klar und immer deutlicher wird, ist, dass der gesamte afrikanische Kontinent kurz vor einer Katastrophe steht, die nicht in erster Linie mit den gesundheitlichen Folgen der Pandemie zu tun hat, sondern mit den Verwerfungen, die diese innerhalb der globalen Wirtschaft und der Wirtschaft in den einzelnen Ländern verursacht.

Maßnahmen wie Lohnfortzahlungen, Kurzarbeit oder Homeoffice existieren nicht in Gesellschaften, in denen die Mehrheit der Menschen von dem lebt, was sie am Tag verdienen. Die Menschen können ihrer Arbeit nicht nachgehen und es fehlt ihnen dann schnell das Nötigste. Die Schulen sind geschlossen und somit fällt für viele Kinder die einzige "verlässliche" warme Mahlzeit aus. Hilfslieferungen kommen aktuell nicht bei den Menschen an. Impfprogramme der WHO oder großer NGOs sind momentan aufgrund der geschlossenen Grenzen nicht durchführbar.

Der Bedarf an Unterstützung wird bei unseren Partner*innen steigen. Deshalb haben wir einen eigenen
Corona-Hilfsfond eingerichtet. Diesen werden wir hoffentlich dazu nutzen können unsere Partner*innen über das vereinbarte Maß hinaus, in dieser schwierigen Zeit, zu helfen.
Das schaffen wir nur mit Ihrer und Eurer Hilfe, liebe Freunde und Freundinnen von Aktion Canchanabury.


Zwei konkrete Maßnahmen konnten wir bereits unterstützen:

Togo: Jerome aktiv gegen Corona

10.000 COVID-19-Hygiene-Kits gehen an die ärmsten Familien

Jerome Fiayiwo, unser langjähriger Projektpartner aus Togo aktiviert die Karawane der Gesundheit um 10.000 Familien in den Dörfern und Slums im Bezirk Vogan mit Corona Kits zu versorgen.

Die Idee ist, die Menschen mit dem Notwendigsten, wie Gesichtsmasken, Seife und sog. Tippy Taps (einfache Wasserspender, siehe Bild) auszustatten, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Familien, die in großer Armut leben, sind nicht in der Lage, Abstand zu halten und zu Hause zu bleiben – sie würden verhungern. Soziale Distanzierung und Händewaschen sind jedoch wichtige Maßnahmen, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Das ist aber für die Ärmsten der Armen in den Slums der Städte und in den Dörfern Togos fast nicht umsetzbar. Es gibt kein fließendes Wasser, keine Seife und keine Masken. Jerome und seine Mitarbeiter binden jetzt Näherinnen aus den Kopeme Kreditgruppen (eine Mikrokreditbank) für die Produktion der Masken und Seife ein. Sie können damit während des Lockdowns ein kleines Einkommen erzielen, Freiwillige werden für die Verteilung der Kits und die Einweisungen gewonnen.

Zusammen mit der Louis-Leitz Stiftung sorgt die Aktion Canchanabury für die Anschaffung, die Herstellung und die Verteilung dieser Sets. Darüber hinaus haben wir die Reparatur und Anschaffung zweier weiterer gebrauchter Fahrzeuge unterstützt.

Kenia: Rose ist in den Slums unterwegs.

Hilfe für die Ärmsten in einer dramatischen Situation.

Rose Kasina und ihr Achor Valley Projekt arbeiten bereits seit neun Jahren mit der Aktion zusammen. Aktuell unterstützen wir die Durchführung eines Computer Trainings. Rose hatte uns vor einigen Wochen um finanzielle Hilfe gebeten, denn in Kenia fehlt es gerade an allem. Besonders in den Slums der Hauptstadt. Kenia ist aktuell nicht nur von den Beschränkungen, die der Kampf gegen das Corona-Virus verursachen, betroffen. Seit Monaten herrscht im Osten Afrikas eine gigantische Heuschreckenplage und Anfang Mai verursachten schwere Regenfälle Überschwemmungen, die mehr als 200 Menschen das Leben kostete. 

Die Lebensmittelpreise steigen und steigen.

Rose kauft Grundnahrungsmittel und einfache Atemschutzmasken, um sie in den Slums an die Bedürftigsten zu verteilen. Dass Sie das schafft, ist einzig ihrem Organisationstalent zu verdanken. Wir waren zunächst skeptisch, ob es für Rose überhaupt möglich sein wird an Nahrungsmittel und Masken zu kommen, aber Sie hat es geschafft.

Wir haben Rose versprochen, dass wir Sie, sobald sich unser Corona-Hilfsfond wieder gefüllt hat, nochmal bei ihrer Hilfe für die Schwächsten unterstützen.

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