Wenn Du nicht kannst,
dann kommen wir!
Eindrücke einer kurzen Begegnung mit alten Freunden aus
Togo
Togo!
Eigentlich wollte ich selbst dorthin reisen, um unsere Partner von "Amitié
et Action pour le Développement (2 AD)" zu treffen und gemeinsame
Projekte zu besuchen. Ich hatte mich richtig darauf gefreut, endlich mal meine
alten Freunde Koumana und Toussah wiederzusehen. Wir kennen uns seit urlanger
Zeit und haben schon so manches Projekt auf den Weg gebracht.
Reisepläne geändert
Aber die Unruhen nach der Präsidentenwahl ließen mich meine Reisepläne ändern. Besonders nach dem Überfall auf das Goethe-Institut war ein Aufenthalt dort nicht empfehlenswert. Doch Koumana hatte angerufen und gesagt, wenn ich nicht kommen kann, dann kommen eben sie nach Ghana. Für sie sei es nur ein Katzensprung von Lomé nach Accra und völlig ungefährlich.
Peinliche Fragen
Und sie kommen - zwar deutlich verspätet, aber für afrikanische Verhältnisse hält es sich im Rahmen. Nach herzlicher Begrüßung beantworten sie unsere Fragen zur Situation in Togo. Ich habe den Eindruck, dass ihnen die Situation in ihrem Land peinlich ist, weil sie mit ihrer Arbeit eigentlich für die Entwicklung eines ganz anderen, eines toleranten, weltoffenen und demokratischen Togos arbeiten.
Nahe bei den Menschen
Deshalb kommen sie auch dann schnell zur Sache. Sie berichten von ihrer landesweiten AIDS-Kampagne "Ensemble contre le SIDA". Sie stellen uns ihren Aktionsplan 2005 vor, der wieder zahlreiche Animationen ihrer Theatertruppe auf Märkten, Busbahnhöfen und in Schulen vorsieht - also überall, wo sich in Togo viele Menschen treffen. Wir sprechen auch über die nächsten Container mit Hilfsgütern für die Versorgung der beiden Leprazentren Koloware und Akata.
Basteln an Projektidee
Besonders interessiert sind Koumana und Toussah, als Thomas Kudjo und Stefan Marx, die mich begleiten, vom Krankenkassenprojekt in Damongo berichten . Schnell sind Kontakte geknüpft und ein Treffen in Damongo vereinbart.
Als wir nach drei Stunden die beiden am Busbahnhof in Accra absetzen, werde ich das Gefühl nicht los, dass sie schon längst an einer neuen Projektidee basteln - einer Krankenversicherung in Togo. Meine Partner in Ghana können sicher sein, dass die zwei bald in Damongo "auf der Matte stehen" werden, um "Fleisch" an die Sache zu bekommen. Und da lassen sie sich sicherlich nicht mehr von abbringen.
(aus: "mbogi" Juni 2005)