Die Menschen in Ituri nannten ihn respektvoll und nicht ohne Bewunderung den "Stier von Badiya". Denn Pater Jaak de Meyer vom Orden der Afrikamissionare Weiße Väter war ein flämischer Dickschädel, der sich in seinem Engagement für die Menschen und insbesondere der Leprakranken im Nordosten des Kongo durch nichts und niemanden beirren oder abhalten ließ.
Er blieb, wenn andere gingen
Weder die zahlreichen Kriege, Unruhen, Rebellenangriffe und Epidemien in der Region, und später auch seine angegriffene Krankheit sowie ein Bischof, der ihm das Leben schwer machte, konnten ihn von seinen einmal gefassten Vorhaben und Projekten abbringen. Wenn andere ausreisten oder evakuiert wurden, blieb Jaak bei den ihm anvertrauten Leprakranken, oder er reiste - war er zufällig in Europa - oft gegen den Willen seiner Ordensoberen wieder ein.
Vater von ALTI
Dass das erste Projekt der Aktion überhaupt realisiert wurde und fast 50 Jahre in einer der schwierigsten und konfliktträchtigsten Gegenden dieser Welt arbeiten konnte, verdanken wir in erster Linie Pater De Meyer. Er baute unser Projekt ALTI (Aides aux Lépreux et Tuberculeux de l'Ituri) mit Pater De Kayser auf und war bis 1996 verantwortlicher Projektleiter.
Nicht immer einfach
Es war nicht unbedingt immer einfach mit Jaak zusammen zu arbeiten. Dass mussten auch viele unserer europäischen und kongolesischen Ärzte, Krankenschwestern und Entwicklungshelfer erfahren. Er stellte hohe Anforderungen, hasste Schlampigkeit und erwartete von allen vollen Einsatz. Das war wohl auch ein Grund für seine Freundschaft mit unserem Gründer Hans Reinhardt.
Familienbesuche
Auch nach seiner Rückkehr 1996 nach Europa, flog er - so lange es seine Gesundheit noch erlaubte - jedes Jahr nach Bunia in den Kongo. Meist zusammen mit seinem Mitbruder und Freund Jan Pickery besuchte er dann - wie er es nannte - "seine Familie". Am 08. Juni ist Pater Jaak De Meyer im Alter von 80 Jahren in Varsenare/Belgien gestorben. Die Menschen im Kongo verlieren einen sehr guten Freund und einen unermüdlichen Anwalt für ihre Anliegen.






