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Braucht Uganda Gärtner?

Schule in Kampala gibt Aids-Waisen eine Berufschance


Diese Frage stellten wir uns etwas verwundert, als Nikola Küsters, unsere Projekt-Koordinatorin in Ostafrika, erstmals von ihrer Idee erzählte. Sie wollte in Kampala eine Berufsschule für Garten- und Landschaftsbau einrichten. Aber bereits nach wenigen Minuten zündete die verrückt klingende Idee auch bei uns. Denn es eröffnete sich damit eine Superchance, einigen unserer Aids-Waisen eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

Wenig Auswahl

Doch der Reihe nach! In Uganda gibt es als Lehrberufe nur relativ wenige Wahlmöglichkeiten wie Schreiner, Koch, Frisör, Schneiderin, Sekretärin. In diese Berufe strömen deshalb sehr viele junge Menschen. Dadurch besteht ein Überangebot an Arbeitskräften in diesen Bereichen. Da haben Jugendliche ohne guten Schulabschluss da oft nur wenig Chancen.

Start mit 20 Schülern

Auf der anderen Seite ist in den letzten Jahren ein wachsender Bedarf an ausgebildeten Gärtnern und Landschaftsbauern – besonders in der Hauptstadt Kampala – festzustellen. Und hierfür gab es bisher keine Schule. Zusammen mit der lokalen Organisation CIDI (Community Integrated Development Initiatives) hat Nicola, selbst studierte  Gartenbauingenieurin,  zum neuen Schuljahr das „CIDI Training Center for Gardening and Landscaping“ mit zunächst 20 Schülerinnen und Schülern eröffnet.

Wenn‘s nicht weitergeht

Der zweijährige Ausbildungsgang richtet sich besonders an Jugendliche ab 15 Jahre, die zu früh von der Schule abgehen mussten. Entweder weil sie das Schulgeld nicht mehr aufbringen konnten, oder durch andere Schwierigkeiten seit längerer Zeit chancenlos waren. Das sind in vielen Fällen Aids-Waisen, die einen Grundschul-Abschluss geschafft haben, aber bei denen es danach nicht mehr weiterging. Oder auch um Kinder aus Slums, die sich das Lehrgeld für andere Ausbildungen nicht leisten können. In Uganda zahlt man für eine Lehrausbildung.

Chance für 10

Unter den ersten 20 Lehrlingen sind auch 10 Aids-Waisen. Zu Beginn des nächsten Schuljahres sollen 10 weitere hinzukommen. Für Fahrtkosten und Essensgeld - bei einigen auch für die Unterbringung - entstehen jährliche Kosten von rund 420 €. In Bochum engagieren sich bereits die Hans-Böckler-Realschule und das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium mit Sponsorenläufen, um den weiteren Ausbau des CIDI Trainingcenters voranzubringen und unseren Aids-Waisen den Start in einen Beruf zu ermöglichen.

Reinhard Micheel  (aus: Mbogi November 2010)


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