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Kommt Zeit, kommt Rad!

Was aus den 227 Fahrrädern der 72-Stunden-Aktion wurde


Als ihr Projekt bei der bundesweiten 72-Stunden-Sozialaktion "Uns schickt der Himmel" hatten Jugendliche der Liebfrauengemeinde in Bochum im Mai 2009 insgesamt 227 Fahrräder gesammelt, gereinigt, repariert und gebrauchsfertig gemacht hatten. Die Räder wurden zusammen mit Werkzeugen und Ersatzteilen mit Hilfsgutcontainern der Aktion nach Togo in Westafrika verschifft. Dort sollten sie den Grundstock für zwei Fahrradwerkstätten bilden.

Pfiffige Idee

Eine besonders pfiffige Idee hatte dabei die Partnerorganisation der Aktion" Promotion des Organisations Humaines" (Promo OrgaH). Davon konnte sich jetzt Aktionsgeschäftsführer Reinhard Micheel bei einer Projektreise persönlich überzeugen. In Togo sind Fahrräder - insbesondere in ländlichen Gebieten - wichtige und für Kleinstgewerbetreibende oft die einzig finanzierbaren Transportmittel. Promo OrgaH betreibt in der Kleinstadt Vogan die Kopeme Bank - die Bank fürs Dorf. Diese vergibt Mikrokredite an Menschen, die von normalen Banken niemals einen Kredit erhalten würden, um so z.B. ein kleines Gewerbe, Geschäft oder Handwerk zu starten. Zurückgezahlt wird in Raten von 1.000 CFA (ca. € 1,50) pro Woche.

Wichtiges Transportmittel

So werden die 110 Fahrräder, die Promo OrgaH erhalten hat, jetzt auf Mikrokreditbasis (45.000 CFA = ca. € 69,00) an Kunden der Bank - insbesondere an Frauen - abgegeben, die diese als Transportmittel für ihre "Betriebe" nutzen. Gegenüber der Bank ist eine kleine Fahrradwerkstatt entstanden, wo die Räder gewartet und repariert werden.

Schon 42 Verträge

Reinhard Micheel hatte bei seinem Besuch Gelegenheit mit einigen der Bankkunden zu sprechen und einigen persönlich die "neuen" Räder zu übergeben. Mittlerweile sind bereits 42 Verträge für die Fahrräder aus Bochum unterzeichnet worden. Und es gibt noch sehr viele Interessenten.

Die anderen 117 Fahrräder werden vom zweiten Projektpartner der Aktion in Togo - der Organisation Amitié et Action pour le Dévéloppement (2 AD) - jetzt nach und nach als Transportmittel für Gesundheitshelfer zur Betreuung von Kranken in entlegenen Dörfern im Landesinneren genutzt. Eine Werkstatt befindet sich im Aufbau. Auch hierüber werden wir in Kürze näheres berichten.

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