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Eine offene Tür mitten in Bujumbura

Projekt in Burundi gibt AIDS-Waisen neue Perspektiven

Mit 14 Jahren verlor Ferdinand seine Eltern. Plötzlich war er Familienoberhaupt von vier Geschwistern. Nach der Trauerzeit wurden die Kinder aus dem Haus der Eltern verjagt. Ferdinand hörte wie ein Nachbar zu dem Hausbesitzer sagte, dass seine Eltern AIDS hatten und die Kinder deshalb auch infiziert sein müssen. Auf diese Weise erfuhr er, dass sein Vater und seine Mutter an AIDS gestorben waren und er wahrscheinlich auch krank ist. Zu allem Unglück weigerten sich auch die Verwandten die Kinder aufzunehmen. Ferdinand und seinen Geschwistern blieb nicht anderes übrig, als auf der Straße zu leben.


Die Kinder streunten durch Bujumbura, die Hauptstadt Burundis, immer auf der Suche nach etwas Essbaren. Schließlich kamen sie zufällig am Jugendzentrum "Centre Jeunes Kamenge" vorbei. Viele Kinder gingen da rein und raus. Manche in Schuluniformen, manche ohne. Das machte Ferdinand neugierig. Er beobachtete, dass die Kinder dort mit gut gefüllten Tellern umherliefen. Bei diesem Anblick krampfte sein Magen vor Hunger. Wie verzaubert und doch zaghaft ging er hinein.

Im Zentrum traf er auf Spès Nihangaza. Zusammen mit ihren Mitarbeitern von der Organisation "La Famille Vaincre le Sida" (FVS) kümmert Sie sich um AIDS-Waisen und organisiert die AIDS-Prävention im Zentrum Kamenge. Nach einer ordentlichen Mahlzeit erzählte Ferdinand ihr seine Geschichte. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden wurde, fanden er und seine Geschwistern erst einmal Unterschlupf bei FVS. Sie hatten Glück, denn schon bald kamen alle zusammen bei einer Pflegefamilie unter.

Es gibt viel zu lernen

Ferdinand hat jetzt ein neues Zuhause. Er kann jetzt auch an den vielfältigen Angeboten des Jugendzentrums teilnehmen. Er bekommt Nachhilfestunden, um das, was er in der Schule verpasst hat, nachzuholen. So kann er wieder in seiner alten Klasse weitermachen. Ferdinand ist ein guter Schüler geworden. Man trifft ihn oft in der Bibliothek des Jugendzentrums, wo er sitzt und lernt. Besonderen Spaß macht ihm aber sein Fußballtraining. Er ist jetzt Torwart seines Teams geworden!

Wissen schützt

Ferdinand geht aber auch gerne zu den Veranstaltungen von Spès und dem Team von FVS. Endlich weiß er, was es mit der Krankheit auf sich hat, über die zu Hause keiner sprechen wollte. Er spielt sogar in einem Theaterstück mit, wo er einen Jungen darstellt, der einen AIDS-Test machen lässt. Er selbst wurde HIV-negativ getestet, aber zwei seiner Geschwister sind HIV-positiv.

Bisher merkt man gar nichts von ihrer Krankheit. Sie bekommen Medikamente und werden regelmäßig untersucht. Ferdinands Schulausbildung, die Aufklärungskurse im Jugendzentrum und die medizinische Betreuung seiner Geschwister finanziert die Aktion Canchanabury.

Henriette Roos  (aus "mbogi")

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