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Südsudan

Der Krieg ist noch nicht vorbei

Aktion unterstützt Hospital in den Nuba Mountains

Das "Mother of Mercy Hospital" begann seine Arbeit 2008 auf kleinem Niveau und erweiterte innerhalb der wenigen Jahre seine Kapazitäten und sein Angebot aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage. In Spitzenzeiten versorgt das Hospital 250 ambulante und 180 stationäre Patienten. Es ist die einzig funktionierende Institution in den Nuba Mountains, die fast alle chirurgische Eingriffe und OPs vornehmen kann.

 

Nach dem erneuten Ausbruch des Krieges am 05. Juni 2011 wurden fast alle ausländischen Fachkräfte – vornehmlich aus Uganda und Kenia – evakuiert. Derzeit gibt es nur einen Arzt und zwei qualifizierte Krankenschwestern. Das lokale Personal, das sich erst noch in der Ausbildung befindet wurde so aufgrund der Umstände „ins kalte Wasser geworfen“. Sie versuchen ihren Job mit großem Engagement im Rahmen ihrer Möglichkeiten und so gut es geht zu erledigen.

Zelte als Krankenzimmer

Und das ist unter den herrschenden Bedingungen nicht einfach. Täglich werden Kranke und Verwundete zum Hospital gebracht, die untergebracht und behandelt werden müssen. Zurzeit werden rund 250 Patienten stationär versorgt und täglich werden es mehr. Um die große Zahl überhaupt unterbringen zu können, hat man Zelte auf dem Gelände des Hospitals aufgeschlagen.

Noch wenige Tage vor dem Ausbruch der Kämpfe und Bombardierungen durch die Luftwaffe des Nordsudan, war es gelungen, einen Container der Aktion Canchanabury mit medizinischen Hilfsgütern nach Gidel durchzubringen. In den Folgemonaten, als selbst die Versorgung über den Luftweg nicht mehr möglich war, stellte sich dieser Container und sein Inhalt, insbesondere das Verbands- und OP-Material, als wahrer Segen für die Versorgung der Kriegsopfer heraus.

Die Lepra kehrt zurück

Nach dem Besuch unseres Geschäftsführers im März 2011 wollte die Aktion dem Hospital in Gidel eigentlich beim Aufbau einer mobilen Primary Health Care und dem Kampf gegen die Lepra helfen. Denn neben allen anderen Problemen bereitet dem Hospital der drastische Anstieg der Lepra-Neuinfek­tionen einige Kopfschmerzen. So hatte es in den ersten beiden Monaten des Jahres 2011 bereits 17 neue Fälle gegeben und bis auf einen Fall handelte es sich ausschließlich um multi-bazilläre Lepra. Was den Verantwortlichen besondere Sorge bereitet, ist die Tatsache, dass darunter auch vier Kinder unter 14 Jahren sind.

Die Hauptgründe für den Anstieg der Lepraerkrankungen in der Region liegen vor allem in dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Lepra ist eine Armutskrankheit, die sich verbreitet, wenn Hunger- und Kriegssituationen die Lebensbedingungen der Menschen drastisch verschlechtern. Nimmt man noch die sehr langen Inkubationszeiten der Krankheit hinzu und die Tatsache, dass es während des Krieges fast keine medizinische Versorgung in Südkordufan gab, erklärt sich der sprunghafte Anstieg der Neuinfektionen.

Mobil werden

Zurzeit kann das Krankenhaus nur die Patienten medikamentös behandeln, die von sich aus ins Krankenhaus kommen. Die notwendigen Medikamente sind vorhanden. Was aber viel wichtiger wäre, ist eine gezielte Ausbildung lokaler Gesundheitshelfer, die im Rahmen mobiler Primary Health Care und Präventionsarbeit in den Dörfern die Menschen aufsuchen. Das betrifft nicht nur die Lepra, auch viele andere Krankheiten könnten so verhindert bzw. schon im Frühstadium erkannt und behandelt werden. HIV/AIDS ist hier zwar noch nicht das große Thema, aber auch hier steigen die Infektionszahlen.

Aber aufgrund der aktuellen Situation haben die Verantwortlichen die Aktion jetzt gebeten, diese Vorhaben zunächst hinten anzustellen und um Unterstützung bei der Bewältigung der momentanen Herausforderungen gebeten. Hierzu gehören die Beschaffung von Notfall­-Medikamenten sowie die Finanzierung der Ausbildung von fünf einheimischen Studenten am „Catholic Health Training Institute in Wau/Republik Süd-Sudan, um das qualifizierte ausländische Personal aus Kenia und Uganda zu ersetzen. Ferner wird die Aktion, sobald es die Sicherheitslage wieder erlaubt, erneut einen Container mit medizinischen Hilfsgütern auf den Weg nach Gidel bringen.



Projektbeschreibung:

Projektkurzname:  Hospital Gidel / Süd-Sudan

Projektnummer:     AC 5616

Geographische Lage: Das Hospital arbeitet in Gidel in den Nuba Mountains im Sudan, in den sog. „Liberated Areas“, Gebieten innerhalb des Sudans, die von der SPLA/SPLM (Sudan People’s Liberation Army/Movement) kontrolliert werden.

Projektpartner:      Mother of Mercy Referral Mission Hospital
                                c/o Diocese of El Obeid
                                Bischof Macram Max Gassis
                                El Obeid/Sudan und Nairobi/Kenya


Konkrete Zusammenarbeit mit dem Projekt

Aktuelle Förderung:
- Training Component: Ausbildung von 5 lokalen Krankenschwestern/-Pflegern
- Emergency Drugs Component: Beschaffung von Notfall-Medikamenten
- Lieferung von klinischem Bedarf, Verbandsmaterial und med.-tech. Geräten (Hilfsgutcontainer)

Finanzierung 2011:       83.806,92 EUR  (Container mit med. Hilfsgütern)                         

Finanzierung 2012:       20.000,00 EUR
                                       + Sachleistung aus Hilfsgutcontainer

In Kontakt seit:              2010

Kooperationspartner:    Diocese of El Obeid (Liberated Areas)