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Südsudan

Traumaheilung im Sudan

Ausbildung lokaler "Trauma Healer"

Bei "Healing the Healers" handelt es sich um ein Pilotprojekt zur Traumabehandlung und Ausbildung von Beratern zur Traumaheilung. Es wurde von der katholischen Bischofskonferenz des Sudan zur Behandlung der durch den Bürgerkrieg traumatisierten kirchlichen Mitarbeiter/innen, aber auch Lehrern, Dorfchefs und anderen in den Gemeinwesen Verantwortlichen, initiiert.


Der über 21jährige Bürgerkrieg im Sudan hat tiefe Spuren in der sudanesischen Gesellschaft hinterlassen. Diese sind nicht nur an der ökonomischen, infrastrukturellen und politischen Situation des Landes festzumachen. Die Erfahrungen und Erlebnisse von Krieg, Gewalt, Angst, Not und Leid haben bei vielen Sudanesen tiefe seelische Wunden hinterlassen und werden das gesellschaftliche und soziale Zusammenleben für lange Zeit beeinflussen.


Projektkurzname:        Healing the Healers / Südsudan

Projektnummer:           AC 5698

Geographische Lage:
Das Projekt "Healing the Healers" (Heilung der Heiler) arbeitet im Südsudan. Die Zentrale des Projektes befindet sich in Nairobi/Kenia.

Projektpartner:          Healing the Healers
                                    Sudan Catholic Bishops' Conference
                                    Fr. Justin Atit / Afrikamissionare Weiße Väter
                                    Nairobi/Kenia

Projektbeschreibung:
In den Dörfern, Kommunen und Gemeinschaften herrschen häufig gegenseitiges Misstrauen und Angst, ethnische Gegensätze brechen auf, das Zusammenleben ist schwierig. Eine ganze Generation hat nur Krieg und Gewalt kennen gelernt. Diese Erfahrungen und Erlebnisse sind natürlich auch an den Mitarbeitern der Kirche nicht spurlos vorübergegangen. Viele von ihnen sind durch das Erlebte schwer traumatisiert und kommen mit ihrem Alltag nicht mehr zurecht. Sie leiden an Angstzuständen, sind aggressiv oder haben Zuflucht in Alkohol und Drogen gesucht.

Diesen kirchlichen Mitarbeitern, aber auch Lehrern, Dorfchefs und anderen in den Gemeinwesen Verantwortlichen - also all denen, die vor Ort dringend für den Wiederaufbau der sudanesischen Gesellschaft benötigt werden - will das Projekt "Heilung der Heiler" helfen.

Aufbauend auf Erfahrungen mit der Behandlung und Betreuung von traumatisierten Menschen nach dem verheerenden Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Kenia wurde zusammen mit dem "Kenya Institute for Professional Counselling" ein Konzept für die Ausbildung von "Trauma Healern" entwickelt. In einer Pilotphase wurden lokale, nebenamtliche "Trauma Healing Counseller" (Berater für Traumaheilung) ausgebildet. Sie wurden darauf vorbereitet, in den Dörfern und Gemeinden mit Betroffenen wie Einzelpersonen, Gruppen, Ehepaaren, Kindern, Jugendlichen und Familien zu arbeiten und ihnen zu helfen, mit dem Erlebten fertig zu werden. Sie sollen lernen die verschiedenen Formen der Traumata zu erkennen und in besonders schweren Fällen Betroffene einer professionellen Behandlung zuzuführen. Insbesondere die Probleme persönlicher Vergebung und der kommunalen Konfliktbearbeitung und der Aussöhnung werden im Rahmen des Trainings thematisiert.

Die Ausbildung ist gegliedert in zwei mehrwöchige Kurse, ein dreimonatiges Zwischenpraktikum und einer sechsmonatigen, regelmäßigen Supervisionsbegleitung im Anschluss an die Ausbildung. Bei der Auswahl der Teilnehmer wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die angehenden "Trauma Healer" möglichst aus den Kommunen und Gemeinschaften der Betroffenen kommen und die lokalen Sprachen der Menschen sprechen, denen sie später helfen sollen.

Nach dem Erfolg der Pilotphase werden die Erfahrungen jetzt genutzt, um auch in anderen Diözesen des Sudan ähnliche Initiativen und Programme zu starten. Damit soll möglichst vielen Menschen individuell geholfen und nachhaltig zum Friedens- und Aussöhnungsprozess im Lande beigetragen werden.

Nach den blutigen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen in Kenia zu Beginn des Jahres 2008 hat "Healing the Healers" sich temporär auch in Kenia engagiert, um den von der Gewalt besonders betroffenen Menschen - vor allem den vergewaltigten Frauen und den traumatisierten Kindern - zu helfen.


Konkrete Zusammenarbeit mit dem Projekt:

Aktuelle Förderung:             - Beteiligung an der Finanzierung der Ausbildungskurse
                                               - Beteiligung an den Kosten der Beratungs- und Behandlungsangebote

Finanzierung:                        30.000,00 EUR (2008-2010)

In Kontakt seit:                     2005

Kooperationspartner:          - Katholische Bischofskonferenz des Sudan
                                               - Diözese Rumbek, Südsudan

Unterstützung des Projektes durch andere Organisationen:
                                               - CORDAID, Niederlande
                                               - Caritas International, Deutschland

Berichte aus dem Projekt »