Jugendlichen und Erwachsenen in den ländlichen Regionen wissen fast nichts über HIV/AIDS. Besonders betroffen sind junge Mädchen und Frauen. Dort trifft man auch auf folgendes Phänomen: Die HIV-positiven Männer oder AIDS-Kranken verlassen die Städte und gehen in die Dörfer, wo sie langsam sterben. Aber bevor sie sterben, lassen sich viele junge Mädchen, die durch das Geld dieser vergleichsweise vermögenden Männer angezogen werden, verführen und werden ihrerseits Trägerinnen des Virus. Nach dem Tod dieses flüchtigen Liebhabers gehen sie in die Stadt, wo sie als Prostituierte ihrerseits AIDS an andere Männer weitergeben. Diese Bewegung "Stadt-Dorf-Stadt" ist in fast allen Regionen Togos feststellbar.
Projektkurzname: 2 AD Lomé / Togo
Projektnummer: AC 5625
Geographische Lage:
Das Projekt hat seinen Hauptsitz in der Hauptstadt Lomé. Von dort aus werden die Kampagnen und Programme in den verschiedenen Regionen des Landes koordiniert.
Projektpartner: Amitié et Action pour le Développement (2 AD)
Koumana Bogra und Jean Koffi Toussah
Lomé / Togo
Projektbeschreibung:
Auch eine kulturelle Praktik, die als "lévirat" bezeichnet wird, spielt eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung von HIV/AIDS. Sie besteht darin, dass eine Witwe einen jüngeren Bruder ihres verstorbenen Mannes heiratet - zum Wohle der Kinder, sagt man. Auf diese Weise überträgt die Witwe des an AIDS gestorbenen Mannes, die auch infiziert ist, diese Krankheit auch an den Schwager.
Das Projekt umfasst zwei Hauptkomponenten: Sensibilisierung der ländlichen Bevölkerung und Betreuung von 20 besonders bedürftigen AIDS-Waisen. Zum einen wird unter dem Motto "5 Minuten, um besser über HIV/AIDS Bescheid zu wissen" versucht, die Dorfbewohner mittels eines "wandernden" Straßentheaters mit lustigen und lehrreichen Sketchen zu sensibilisieren. Die meisten Organisationen, die gegen AIDS kämpfen, arbeiten im städtischen Milieu und benutzen Vermittlungsmethoden und -wege, die "gebildeten" Leuten vorbehalten sind. 2 AD nutzt eine Form der Vermittlung, die für alle Bevölkerungsschichten jeglicher Vorbildung und Sprache interessant und verständlich ist: den Sketch.
Zu diesem Zweck wird - je nach Milieu - eine Schauspielertruppe zusammengestellt, die Dialekt spricht. Die fünf Schauspieler/innen fahren in einem Minibus von Ort zu Ort. An Busstationen, auf Märkten, Dorfplätzen, belebten Straßen sowie vor Ausbildungszentren für junge Mädchen oder in den Pausen und während der Halbzeiten von Sportwettbewerben führen sie den fünfminütigen Sketsch auf. Wo es möglich ist, wird ihr Kommen durch das Lokalradio oder Plakate angekündigt. Der Sketch ist so gestaltet, dass er lustig, informativ und in einer allgemein verständlichen Sprache aufgeführt wird.
Damit die zu transportierende Botschaft auch an andere weitergegeben wird und damit sich die Bevölkerung daran erinnert, wurden Faltblätter entwickelt, die für alle verständliche Abbildungen enthalten und so auch von Analphabeten verstanden werden. Diese werden zusammen mit T-Shirts und Kondomen während und nach den Aufführungen an die Zuschauer verteilt.
Einen weiteren Schwerpunkt des Projekts bildet die Betreuung von AIDS-Waisen. Die Form der Betreuung soll eine Beispielwirkung im jeweiligen Umfeld erzeugen und zur Nachahmung anregen. Hierzu werden die Erfahrungen der Aktion in Uganda mit dem System der "Guardians" (speziell geschulte Freiwillige, die für die soziale und medizinische Betreuung und den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder verantwortlich sind) genutzt.
Konkrete Förderung des Projektes
Aktuelle Förderung: - Finanzierung der Sensibilisierungskampagne "Gemeinsam gegen AIDS"
- Unterstützung von 20 besonders bedürftigen AIDS-Waisen (Vollwaisen)
Finanzierung: 45.000,00 EUR (2010-2012)
In Kontakt seit: 1993
Kooperationspartner: - Ministère de la Santé, Lomé/Togo
- Komera e.V., Westerstede
Unterstützung des Projektes durch andere Organisationen: action medeor, Tönisvorst
Berichte aus dem Projekt »






