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Südsudan

Education for Life

Bewusstseinsbildung und Kenntnisvermittlung über HIV/AIDS in der Diözese Rumbek

Das Projekt "Education for Life - Meeting the Challenge of HIV and AIDS in the Diocese of Rumbek" ist ein Programm zur grundlegenden Bewusstseinsbildung und Kenntnisvermittlung im Bereich HIV/AIDS. Es wird durchgeführt von unserem Projektpartner "Healing the Healers".


Das Bewusstsein für die Gefahren von HIV/AIDS und die Kenntnisse über Ansteckungswege, Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten sind im Südsudan noch so gut wie unbekannt. Durch den über 21 Jahre lang andauernden Krieg hatte man dort "andere" Probleme. Durch den Friedensschluss eröffneten sich erstmals Perspektiven für den Kampf gegen die Seuche.


Projektkurzname:            AIDS-Awareness Rumbek / Südsudan

Projektnummer:               AC 5712

Geographische Lage:
Das Projekt arbeitet in der Diözese Rumbek, im Süden des Landes im Länderdreieck Sudan, Kongo und Zentralafrikanische Republik.

Projektpartner:              Diocese of Rumbek
                                        c/o Healing the Healers
                                        Fr. Justin Autit
                                        Nairobi/Kenia

Projektbeschreibung:
In der Stadt Rumbek und in der Umgebung zeigen sich im Rahmen der begonnenen Initiativen zum Wiederaufbau der Kommunen und lokalen Strukturen, dass der Krieg tiefe Spuren hinterlassen hat. Das ganze Ausmaß der Probleme wird immer deutlicher. Viele Menschen sind durch die Erlebnisse des Krieges stark traumatisiert. Ethnische Feindseligkeiten unter den verschiedenen Stämmen, aber auch innerhalb der Stämme, die schon lange vor dem Bürgerkrieg existierten, sind - begünstigt durch den bewaffneten Konflikt - zu Flammpunkten von Gewalt und Aggression geworden.

Das Team des Projektpartners "Healing the Healers" nennt vor allem folgende Probleme, die die Ausbreitung von HIV/AIDS begünstigen:

  • Alkohol- und Drogenmissbrauch bei Jugendlichen und Erwachsenen aufgrund von Arbeitslosigkeit, Armut, Fehlen von Perspektiven, Fehlen schulischer Bildung, Enttäuschung über unerfüllte Versprechungen ihrer Führer. Hiervon ist fast jeder Haushalt betroffen.
  • Verfügbarkeit von billigem Alkohol, der lokal von jungen wie alten Frauen als Einkommen schaffende Maßnahme gebraut wird.
  • Zunahme der Prostitution, da Rumbek als Garnisonsstadt mit vielen Soldaten und deren sexuellen Bedürfnissen viele - vor allem junge - Frauen in die Stadt lockt, um ihre Körper zu verkaufen.
  • Auf der neuen Straße zwischen Uganda und dem Sudan hat der transnationale LKW-Verkehr stark zugenommen. LKW-Fahrer, die oft wochenlang mit Ihren Wagen unterwegs sind, gelten als Hauptverursacher der Ausbreitung von HIV/AIDS in Afrika. Fast in jedem Ort gibt es Raststätten für die Fahrer, wo sie trinken und ungeschützten Sex mit einheimischen Frauen haben.
  • Die Heimkehrer bzw. die sog. "Internally Displaced Persons" (Flüchtlinge im eigenen Land) kommen aus dem Norden des Sudan und von Kenia, Uganda oder aus dem Kongo, wo HIV-Infektionen stark verbreitet sind. Einige von ihnen tragen das Virus in sich, wissen aber selbst nichts davon.


Das Projekt "Education for Life" hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst schnell zu intervenieren, damit die HIV/AIDS-Situation nicht außer Kontrolle gerät. Deshalb will man mit verschiedenen Maßnahmen in Rumbek ein Bewusstsein für die HIV/AIDS-Problematik schaffen. Man will den Menschen die Ansteckungswege aufzeigen und wie sie sich selbst vor einer Infektion schützen können. Um die Stigmatisierung und Ausgrenzung der infizierten Menschen zu vermeiden, sollen die Menschen ein Bewusstsein für die Nöte und Bedürfnisse der Betroffenen entwickeln:

  • Herstellung von HIV/AIDS-Informationsflyern und -Postern in den lokalen Sprachen
  • HIV-Beratungsangebote für infizierte und betroffene Personen in den Kommunen
  • Zwei fünftägige HIV/AIDS-Awareness-Trainings für kirchliche und lokale politische Führer
  • Zwei fünftägige HIV/AIDS-Workshops für Priester, Schwestern, Lehrer, Mitarbeiter in Hospitälern, Gefängnis-, Polizei- und Armeeoffiziere und Leiter/innen von Frauen- und Jugendgruppen
  • Einsatz der geschulten Leute zur Bewusstseinsbildung in Schulen, Kirchen, Krankenhäuser, Gefängnissen, Kasernen, Frauen- und Jugendgruppen und anderen öffentlichen Einrichtungen
  • Einrichtung eines VCT-Zentrums (Voluntary Testing and Counselling) in Rumbek, um so von dort ausgehend Beratung und HIV-Testmöglichkeiten für die gesamte Umgebung anzubieten



Konkrete Zusammenarbeit mit dem Projekt

Aktuelle Förderung:             Beteiligung an der Finanzierung des AIDS-Awareness-Programms
                                               und Schaffung von HIV-Testmöglichkeiten

Finanzierung:                        30.000,00 (2012-2014)

In Kontakt seit:                     2007

Kooperationspartner:          - Diocese of Rumbek
                                               - Healing the Healers, Nairobi