Die traditionelle Einkommensquelle der Batwa-Pygmäen war die Töpferei. Damit ist es ihnen aber heute nicht mehr ermöglicht sich zu nähren, zu kleiden, zu wohnen und sich medizinisch versorgen zu lassen. Dies trägt zu einem erheblichen Teil zur ihrer extremen Armut bei. Die Lebensbedingungen, unter denen dieses Volk lebt, werden von den Batwa selber als eine Leugnung ihrer Bürgerrechte und der menschlichen Würde angesehen.
Projektkurzname: Action Batwa / Burundi
Projektnummer: AC 5704
Geographische Lage: Das Projekt der "Action Batwa" wird in den Batwa-Siedlungen der Provinzen
Bujumbura-Rual,Gitega und Bubanza durchgeführt.
Projektpartner: Action Batwa
c/o Missionnaires d'Afrique
Père Elias Mwebembezi
Bujumbura / Burundi
Projektbeschreibung:
Aufgrund ihrer prekären wirtschaftlichen Lage sind die Batwa-Pygmäen nicht in der Lage, sich medizinisch behandeln zu lassen. Somit ist die Kindersterblichkeitsrate bei den Batwa sehr hoch. Wenn es vorkommt, dass sich ein Pygmäe behandeln lässt und ein Krankenpfleger ihn für eine stationäre Behandlung ins Krankenhaus schickt, kann er meist die entstehenden Kosten nicht aufbringen. Dies hat zur Folge, dass manche von Ihnen in Krankenhäusern gefangen gehalten werden oder das Krankenhaus vor Abschluss der verschriebenen Behandlung verlassen, entweder um Medizinmänner oder traditionelle Heiler aufzusuchen.
Um die Situation zu verbessern und den Batwas einen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu eröffnen, setzt die Action Batwa auf eine gesundheitliche und medizinische Grundversorgung, Hygiene-, Ernährungs- und Gesundheitserziehung und -beratung, die bereits in den Siedlungen der Batwas beginnt. Diese Betreuung wird von Sozialarbeitern und Mitgliedern der Gemeinden übernommen, die unter den Batwa-Pygmäen selber ausgesucht werden, wobei die Wahl auf die aufgeschlossenen und die fortschrittlichsten Mitglieder fällt.
Bei der Betreuung und Beratung geht es z.B. um die richtige Ernährung der Kinder, die Unbedenklichkeit der Qualität von Wasser und Nahrungsmitteln, die Sauberkeit der Kleider, der Körperhygiene und der Verwendung von Toiletten und die Sauberkeit der Häuser. Ein anderer wichtiger Aspekt liegt in der Tatsache, die Menschen daran zu erinnern, zum Arzt zu gehen, wenn sie krank werden, oder die schwangeren Frauen dazu zu bewegen, zu pränatalen Untersuchungen zu gehen und für Babys erforderliche Impfungen durchzuführen. Ein besonderes Augenmerk legt das Projekt auch auf eine gezielte HIV/AIDS-Prävention, da durch die notwendige Öffnung der Batwa-Gesellschaft und aufgrund des tradierten Sexualverhaltens eine besonders hohe Gefährdung für HIV-Infektionen zu erwarten ist.
Das Gesamtziel des Projekts besteht in erster Linie in der Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung für die Batwa-Haushalte. Das Projekt verfolgt drei Ziele:
- Schaffung eines Bewusstseins für die eigene Gesundheit und die der Familie
- Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung im Hinblick auf HIV/AIDS, Impfungen, Hygiene, Ernährung etc.
- Verbesserung der gesundheitlichen Grundversorgung
- Zugang zu qualifizierter medizinischer Behandlung
- Erhöhung der Lebensqualität und -erwartung
Das Projekt hat bereits positive Ergebnisse gezeigt. Zum Beispiel konnten die Batwa-Pygmäen dazu gebracht werden, sich wie die anderen Burunder zu verhalten und auf sie zuzugehen. Dies hat geholfen Minderwertigkeitskomplexe, unter denen sie leiden, abzubauen. So könnte der durch das Projekt bewirkte Mentalitätswandel dazu beitragen, die Integration der Batwa in die burundische Gesellschaft zu erleichtern.
Konkrete Zusammenarbeit mit dem Projekt
Aktuelle Förderung: - Beteiligung an den Kosten für die medizinische Versorgung in den Batwa-Siedlungen
- Finanzierung einer HIV/AIDS-Präventions-Kampagne in den Batwa-Siedlungen
Finanzierung: 15.000,00 EUR (2011-2013)
In Kontakt seit: 2007
Kooperationspartner: - Afrikamissionare Weiße Väter / Bujumbura-Burundi
- Afrikamissionare Weiße Väter / Köln






