Wenn Schüler und Schülerinnen überall auf der Welt jubelnd aus den Schulen stürmen und sich auf ihre Ferien freuen, war das in Uganda in diesem Jahr eher ein trauriger Anblick. Viele Schulen in dem ostafrikanischen Land mussten die Kinder schon einige Wochen früher in die Ferien schicken, weil sie die Schulspeisung nicht mehr gewährleisten konnten. Das Mittagessen in der Schule ist für viele Kinder – insbesondere für unsere Aids-Waisen - häufig die einzig warme Mahlzeit des Tages! Was war geschehen
Die gleichen Ursachen In Somalia und Teilen Ostafrikas grassiert zurzeit eine der schlimmsten Hungersnöte der letzten Jahrzehnte. Obwohl Uganda nicht unmittelbar von der Katastrophe betroffen ist, bekommen die Menschen dort die Auswirkungen zu spüren. Denn die Ursachen sind fast überall die gleichen. „Auch Uganda hatte sehr geringe Getreideernten“, schreibt unsere Projektleiterin Resty Ndagano vom Aids-Waisen-Projekt am Rubaga-Hospital in Kampala. „ Besonders für die Menschen in den Regionen Kalamoja, Moroto, Teso, Acholi und West Nile könnte sich das zu einer Hungersnot ausweiten.“
„Frauen, Kinder und alte Leute müssen zuhause bleiben, während die Jungen und Männer mit dem Vieh umherwandern auf der Suche nach Wasser und Futter“, fährt Resty fort. „Auch haben die Überschwemmungen des letzten Jahres viele Menschen überall in Uganda sehr hart getroffen. Familien verloren ihre Ernten, ihr Vieh und ihre Lebensmittelvorräte. In einigen Gegenden starb fast 60 % des Viehs in Folge der Dürre bzw. der Flut.“
„Zucker-Aufstand“ Als Konsequenz daraus kam es in den letzten Monaten zu extremen Preissteigerungen für Lebensmittel, Transport, Mieten und Saatgut! „Zucker ist eines der Beispiele für die Preisexplosion “, berichtet Nikola Küsters, Leiterin der CIDI-Gartenbauschule, an der u.a. auch 20 Aids-Waisen zu Gärtnern ausgebildet werden. „Zucker ist für die Leute hier ja viel, viel wichtiger als bei uns. Viele haben zum Frühstück nur Tee, und der muss dann aber so süß wie möglich sein! Am Anfang des Jahres kostete 1 kg Zucker noch 2.500 UgSh, jetzt sind es ca. 6.000 – 7.000 UgSh! Das sind satte 2 Euro!! In Kampala gab es schon so etwas wie einen “Zucker-Aufstand“ - eine Demo, die die Polizei gewaltsam beendete!“
Nicht nur auf fremde Hilfe verlassen In diesen Tagen fängt für die Kinder in Uganda das neue Schuljahr an! Ob das aber für alle von unseren Partnern vor Ort betreuten Aids-Waisen so sein wird, ist noch offen. In den letzten Wochen haben die meisten Schulen das Schulgeld drastisch erhöhen müssen, teilweise um bis zu 30 %. Unsere Partner haben die Betreuer (Guardians) eingeladen, um gemeinsam zu überlegen, wie man mit der schwierigen Situation umgehen soll?
Einige Guardians erklärten sich bereit, soweit sie überhaupt dazu in der Lage sind, einen Teil der Schulgelderhöhung zu übernehmen. Beim Treffen am Rubaga-Hospital gab es eine spontane Sammlung für besonders bedürftige Kinder. Dabei kamen 120.000 UgSh zusammen – das sind rund € 35,00! Dies mag auf den ersten Blick sehr wenig erscheinen, doch laut Resty Ndagano ist das angesichts der finanziellen Möglichkeiten der Guardians ein tolles Ergebnis und vor allem auch ein Zeichen der Solidarität sowie des erklärten Willens, sich nicht nur auf fremde Hilfe zu verlassen!
Chancen für rund 2.500 Aids-Waisen erhalten Die Erhöhung des Schulgeldes bzw. die Unterstützung der Pflegefamilien fallen regional sehr unterschiedlich aus. Waisen im städtischen Bereich haben es oft schwerer, während im ländlichen Raum die in den letzten beiden Jahren gestarteten Einkommen schaffenden Maßnahmen und Programme zur Ernährungssicherung Erfolge zeigen. Doch das Schulgeld ist für alle weiterhin das größte Problem! Unser vordringliches Ziel ist es jetzt, möglichst allen 2.500 von uns unterstützten Waisen weiterhin den Schulbesuch zu ermöglichen. Um ihnen so ihre oft einzige Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft zu erhalten, haben wir unsere rund 800 Patinnen und Paten gefragt, ob sie eventuell bereit sind, ihren monatlichen Patenschaftsbeitrag zu erhöhen?
Hilfe individuell selbst festlegen Da wir viele unserer Patinnen und Paten persönlich gut kennen, wissen wir, dass unsere Bitte nicht für alle zu erfüllen sein wird- Dehalb möchten wir betonen, dass auch die bisherigen Beiträge von 9 Euro im Monat weiterhin eine wertvolle Hilfe darstellen. Jeder Euro hilft unseren Aids-Waisen! Wenn Paten Ihren monatlichen Beitrag erhöhen möchten, entscheiden sie selbst, um wie viel ihr Beitrag steigen soll. Neue Patenschaften werden wir ab dem 1. Oktober für einen monatlichen Grundförderbeitrag von 12 Euro anbieten.
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