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Afrika ante portas?

Bundespräsident Christian Wulff spricht sich für die Solidarität Europas gegenüber Schutzbedürftigen aus


„Für ein Europa, das in Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie lebt, muss es selbstverständlich sein, Solidarität gegenüber denen zu zeigen, die schutzbedürftig sind. Das heilt aber nicht die Ursachen der Flucht. Daher bleibt es wichtig, gegen Verfolgung und Gewalt dort vorzugehen, wo sie entstehen,“ erklärte Bundespräsident Christian Wulff, Schirmherr von Gemeinsam für Afrika, in seiner Eröffnungs-Ansprache bei einer Diskussionsveranstaltung anlässlich des heutigen Weltflüchtlingstages in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche zu aktuellen Herausforderungen in der Entwicklungs- und Migrationspolitik.

Zudem erklärte der Bundespräsident, dass über den notwendigen Schutz politisch Verfolgter hinaus, Migration immer auch Teil menschlicher Zivilisation gewesen sei. Es komme darauf an, sie politisch vernünftig zu gestalten.

In der anschließenden engagierten Diskussionsrunde, moderiert von Dr. Margot Käßmann, diskutierten Prof. Klaus Töpfer, Kerstin Müller, Ministerialdirigent Dr. Jörg Bentmann (BMI), die Journalistin Veye Tatah, der Stipendiat des EEDs Emmanuel Noglo und Renate Bähr, Vorstand von Gemeinsam für Afrika, über Ursachen von Flucht und Migration. Es wurde deutlich, dass das vorrangige Ziel der Entwicklungszusammenarbeit nicht darin bestehen kann, Migration zu verhindern. Im Gegenteil: Migration kann dazu beitragen, Armut zu bekämpfen. Darum dürften Entwicklungs- und Migrationspolitk nicht länger unabhängig voneinander gestaltet werden. Sie miteinander zu verknüpfen kann gewinnbringend für alle Beteiligten sein: Herkunfts-, Zielländer und Migranten selbst.

Renate Bähr unterstrich für Gemeinsam für Afrika, dass das klassische Ziel der Entwicklungszusammenarbeit die Bekämpfung der Armut sei und nicht die Eindämmung von Migrationsbewegungen. Gleichzeitig begrüßte sie den kohärenten Ansatz, Migration mit entwicklungspolitischen, wirtschafts- und handelspolitischen Themen zu verbinden. Sie warnte jedoch davor, Entwicklungspolitik kurzatmig vor allem nationalen wirtschaftlichen oder Sicherheitsinteressen zu unterwerfen. Die Erreichung der Millenniumsziele müsse vorrangiges Ziel aller zivilgesellschaftlichen und politischen Anstrengungen bleiben.

Jedes Jahr ruft Gemeinsam für Afrika deutschlandweit dazu auf, sich verstärkt mit Afrika auseinanderzusetzen und Aktionen rund um den afrikanischen Kontinent zu starten. Ziel der Kampagne ist es, ein differenziertes Bild von Afrika in der Öffentlichkeit zu vermitteln – ein Bild, das den Kontinent nicht nur auf seine Probleme reduziert, sondern auch positive Entwicklungen und Stärken hervorhebt.

Gemeinsam für Afrika ist ein Bündnis von 23 Hilfsorganisationen, das sich für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt. In tausenden Projekten leisten die Hilfsorganisationen Tag für Tag konkrete Hilfe für Menschen in Not: Sie errichten Schulen, initiieren Ausbildungsprogramme und gewährleisten eine medizinische Grundversorgung. Über 100 prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unterstützen Gemeinsam für Afrika.

Weitere Informationen unter: http://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/ »