Am Sonntag, 15.05.2011, fand in der vollbesetzten Kunstkirche Christ König in Bochum – dem Geburtsort der Aktion vor 50 Jahren - eine einmalige Einstudierung der Schauspielmusik Peer Gynt von Edvard Grieg mit Texten aus dem Schauspiel von Henrik Ibsen statt.
Der Reinerlös des Geburtstagskonzertes ist bestimmt für die Aidswaisen-Projekte der Aktion. Die Aktion bedankt sich ganz herzlich bei den beteiligten Künstlern und Helfern für das bewegende und gleichzeitig begeisternde Gesamtkunstwerk. Alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Zeitungsartikel. Für die Genehmigung zum Abdruck bedanken wir uns ganz herzlich.
Ruhr Nachrichten, 17.05.2011, Lokalteil Bochum
Klassischer Schmelztiegel
Benefizkonzert zum 50. Geburtstag der Aktion Canchanabury
von Julia Wessel
Bochum. Ein Rausch aus Violinenklängen brandet durch die Christ-König-Kirche. Dirigent Norbert Koop hebt die Hände, die Musik verstummt. Schauspielerin Maria Wolf beginnt zu lesen. Sie spricht von Peer Gynt, Ibsens Held, der alles wollte, viel verlor und am Ende doch erlöst wurde. Von der Liebe.
Das Benefizkonzert der Aktion Canchanabury am Sonntagabend vereint großen norwegischen Dramenstoff mit facettenreicher musikalischer Darbietung. Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Bochum und der Projektchor der Hildegardis-Schule und des Profanen Chores liefern den Klangteppich nach Edvard Grieg, in den die Handlung des notorischen Lügners eingewoben ist.
Wahre Liebe rettet
Die tragen Wolf und Schauspielerkollege Mark Oliver Bögel in verteilten Rollen vor. Ihr Sprechen wechselt sich ab mit den instrumentalen und gesanglichen Passagen, die lautmalerisch Gynts Reise durchs Leben darstellen.
Nichts Geringeres als der Kaiser der Welt will der junge Bauernsohn sein, der seiner ärmlichen Lebensrealität entflieht und sich in dämonischen Traumwelten voller Trolle wiederfindet. Auch in der Realität macht er sich auf die Reise. Dabei entführt und enttäuscht er – vornehmlich das weibliche Geschlecht – und bringt es doch zu nichts.
Am Ende bewahrt die wahre Liebe Solveigs den Mann davor, „eingeschmolzen“ zu werden. Denn das geschieht in dem Stück mit Menschen, die nie wirklich gut, aber auch nicht vollkommen böse waren. Sie gibt ihm seine Identität zurück, weil sie stets an ihn glaubte, ihn immer liebte, wenngleich er sie 30 Jahre lang warten ließ. Egal, ob Gynts Mutter Aase, Wüstenbewohnerin Anitra oder der Held selbst – Wolf und Bögel interpretieren jede Rolle überzeugend. Die rund 80 Musiker, die der Dirigent mit beeindruckender Leichtigkeit durch das Konzert führt, lassen akustisch ganze Welten entstehen.
Die Passagen der Sopranistin Clara Hock ragen besonders heraus. Die Sängerin rundet den Schmelztiegel der Künste eindruckvoll ab, so dass das Publikum am Ende begeistert applaudiert.
Hier geht's zu den Fotos von den Proben und vom Konzert »






